3.3 Strategische Zielsetzung, strategische Methoden: Lifeline, Morphologischer Kasten und Schieber, Synergy Map

Lifeline

Die Methode erlaubt es, sich in wenigen Minuten einen Überblick über die eigene Wissensentwicklung zu verschaffen.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Die Methode Lebenslinie oder Lifeline ist eine kompetenzorientierte Übersicht über die eigene Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Aufgrund von Stress im Tagesgeschäft fehlt ihnen oft die Muße, ihre «Wissenslaufbahn» in Ruhe zu überblicken, Interessen klar zu definieren und daraus Entwicklungsziele für die Zukunft abzuleiten.

 

Morphologischer Kasten und Schieber

Durch die relativ einfache Form kann der morphologische Kasten dazu verwendet werden, auch komplexe Kombinationen, Szenarien oder Lösungsvarianten abzubilden.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Der morphologische Kasten (auch morphologische Matrix oder «Zwicky Box» genannt) ist eine tabellen- oder rechenschieberförmige Struktur, in der alternative Möglichkeiten abgebildet und danach kombiniert werden können.

 ⇒ als eine wirkungsvolle Kreativitätsmethode etabliert.

Achten Sie darauf, bei der Wahl der Optionen und deren Kombinationen nicht zu nahe am Status Quo zu bleiben und nur naheliegende Möglichkeiten abzubilden.

Entwicklung von Szenarien

Dabei sollten Sie auch an mögliche Worst Case-Szenarien denken, also daran, was die Schlechteste aller denkbaren Kombinationen wäre.

 

Synergy Map

Verschiedene Ziele intelligent miteinander verknüpfen.

Ziele kombinieren und so Zielsynergien entdecken.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Die Synergy Map ist eine auf einem Diagramm basierende Methode zur systematischen Dokumentation und Analyse der eigenen kurz, mittel- und langfristigen persönlichen Ziele. Mit der Synergy Map können Ziele, deren Sequenz und Aufwand sowie deren Abhängigkeiten dargestellt und neue Verbindungen (Zielsynergien oder -konflikte) entdeckt werden.

  • Suchen und Finden von Synergien ist ein wesentliches Merkmal erfolgreicher Menschen.

Nutzen Sie diese Zielscheibe (siehe Abb. 3.37), um Ihre persönlichen Ziele (oder Gruppenziele) auf Vereinbarkeit zu überprüfen, um sich Ihrer wirklichen Prioritäten bewusst zu werden bzw. diese periodisch zu überprüfen.

3.3 Strategische Zielsetzung, strategische Methoden: Kontaktnetz, Kompetenz-Agenda, Kompetenz-Portfolio

Kontaktnetz

Neues Wissen entsteht auch und vor allem durch den Austausch mit anderen.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Das Kontaktnetz ist eine systematische Zusammenstellung der wichtigsten wissensbezogenen Kontakte einer Person. Es stellt sowohl interne als auch externe Kontakte zu vier zentralen Wissensgebieten einer Person zusammen und zeigt deren Vernetzung untereinander auf.

Man muss nicht alles wissen, aber es ist nützlich zu wissen, wer was weiß.

Gerade die «weak links», also die nicht institutionalisierten oder die nicht eng verbundenen Kontakte, sind, die für den Wissenserhalt in der Organisation äußerst wichtig sind.

  • Entfaltet die Methode ihr Potenzial erst dann, wenn man sie mehrmals einsetzt und den Ausbau des eigenen Netzwerks immer wieder überprüft.
  • Funktioniert als Gruppeninstrument (z. B. um seine Kontakte auszutauschen) nur dann, wenn bereits eine gute Vertrauensbasis herrscht und die Mitglieder der Gruppe nicht in einem direkten Konkurrenzverhältnis zu einander stehen.

Sie sollten das Kontaktnetz primär als persönliches Instrument nutzen und es nur selektiv anderen zur Verfügung stellen.

 

Kompetenz-Agenda

Die Agenda hält einen dazu an, das eigene Wissen und Lernen proaktiv und persönlich zu managen, Lernmöglichkeiten bei der Arbeit systematisch und reflektiert zu nutzen.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Die Kompetenz-Agenda ist ein schriftlicher, in Form einer Tabelle ausformulierter, kompakter Lernplan, der konkret aufzeigt, wie man bestimmte Kompetenzen bei der Arbeit aufbauen oder weiterentwickeln kann und will. Die Methode setzt Kompetenzen in Beziehung zu (meist) arbeitsbezogenen Tätigkeiten, die diese Kompetenz fördern.

  • Arbeitstätigkeiten komplexer
  • Selbstorganisation zulassen und Entwicklungschancen bieten
  • Arbeitstätigkeit auch eher informell Gelernt

Frage: Mit welchen arbeitsbezogenen und privaten Tätigkeiten können wir welche Kompetenzen entwickeln?

Kompetenzziele mit konkreten Aktivitäten sowie mit Arbeits- oder Freizeitkontexten verknüpfen.

Zielniveau innerhalb eines Jahres definieren

+auf drei bis vier Kompetenzgebiete beschränken.

 

Kompetenz-Portfolio

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Ein Kompetenz-Portfolio ist eine systematische, kriteriengeleitete Visualisierung der eigenen Fähigkeiten. Kriterien zur Bewertung der eigenen Kompetenzen sind dabei die Anwendungsbreite des eigenen Wissens, seine Halbwertszeit oder alternativ der eigene Wissensvorsprung gegenüber anderen und der momentane Grad an Wissensumsetzung.

  • Die Grundidee besteht darin, Wissensarbeitern eine einfache Struktur zur Verfügung zu stellen, mit der sie über ihr eigenes Wissen systematisch nachdenken

Beide Kompetenz-Portfolios kombinieren jeweils zwei Eigenschaften von Wissen, sodass vier mögliche Quadranten bzw. Gruppen von Kompetenzen entstehen.

Sie können die stärkste «Hebelwirkung» mit Wissen erzielen, wenn Sie Kompetenzen, in denen Sie einen relativ großen Vorsprung haben, intensiv für Ihre Arbeit nutzen.

Für viele von uns (gerade Generalisten) wäre es wünschenswert, langfristige Kompetenzen aufzubauen, welche nicht so schnell veralten und in vielen Situationen relevant sind.

Deshalb gilt es darauf zu achten, auch Kompetenzen mit längerfristiger, weitreichender Relevanz zu kultivieren. Dadurch bleiben Sie arbeitsmarktfähig und entwickeln strategisches Wissenskapital.

3.2 Akutes Problemlösen, Methoden mit operativer Zielsetzung: Toulminkarte, Minto Pyramide, Fokusmetapher

Toulminkarte

Wissen hinter einer Aussage wird explizit und transparent gemacht

Ob es Meinungsverschiedenheiten oder unvereinbare Aussagen zu einer Situation gibt.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Die Toulminmethode ist ein konzeptionelles Diagramm mit sechs Komponenten und hilft bei der Konstruktion oder Rekonstruktion von Argumentationen. Mit der Methode lassen sich die hinter einer Behauptung stehenden Annahmen aufdecken, Konflikte provozieren und damit klärende Wirkungen erzielen.

  1. die Behauptung,
  2. die Fakten, welche die Behauptung stützen,
  3. die Verbindungsstärke zwischen Fakten und Behauptung,
  4. die Rechtfertigung, warum die Behauptung stimmt bzw. warum die Fakten auf die Behauptung zu beziehen sind,
  5. die Absicherung hinter der Rechtfertigung und
  6. die Gegenbehauptung, die mit der Behauptung nicht zu vereinbaren ist

 

Minto Pyramide

Komplexe Informationen nachvollziehbar und kompakt zu strukturieren.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Die Minto-Pyramide ist eine Methode zur Informationssuche und -strukturierung und arbeitet mit einer dreistufige Darstellungsform.

Bei der Pyramiden-Methode wird hypothesengeleitet nach Informationen gesucht, die eine These entweder bestätigen oder widerlegen. Dabei werden die Informationen hierarchisch nach Subthesen geordnet, welche die Hauptthese stützen.

Induktives Vorgehen: versucht, aus einer Vielzahl von Fakten anhand von Ähnlichkeiten Gruppen zu bilden und daraus höherwertige Aussagen abzuleiten.

deduktive Vorgehen: dass zuerst eine mögliche Antwort auf die Fragestellung formuliert wird und dann Subthesen davon abgeleitet werden.

Die Hauptaussage der Pyramide ist zugleich Titel eines Beitrags oder Berichts.

Die Unteraussagen bilden die Kapitelüberschriften und die Unterpunkte die Absätze.

 

Fokusmetapher

Um eine Kernidee und deren Komponenten anschaulich sichtbar zu machen.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Fokusmetaphern sind allegorische Wissensbilder aus Natur, Sport und Spiel oder aus bekannten Geschichten, auf denen man Informationen sinnvoll verorten kann. Eine Fokusmetapher muss nützliche Assoziationen zu einem Thema erlauben und klare Bereiche oder Zonen für die Verortung und Strukturierung von Informationen aufweisen.

Implizite und explizite Eigenschaften eines Objekts

Die impliziten und expliziten Eigenschaften eines Objekts aus einem Bereich (z. B. der Technik) werden dabei verwendet, um damit ein anderes (z. B. im menschlichen Bereich) zu charakterisieren.

Eine Metapher ist nie spezifisch und konkret und kann deshalb auch falsch interpretiert werden.

Die Fokusmetapher wird zu einem Vehikel, um sichtbar zu machen, was man denkt und fühlt.

3.2 Akutes Problemlösen, Methoden mit operativer Zielsetzung: Feedback, Story Template, Concept Mapping

Feedback

Der persönliche Umgang mit Wissen kann durch Geben und Aufnehmen von Feedback wesentlich verbessert werden – wenn man dies richtig tut.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Konstruktives Feedback ist ein (Kommunikations-) Prozess der persönlichen, systematischen, ausgewogenen, offenen und konkreten Rückmeldung über das Verhalten einer anderen Person mit dem Ziel, das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit zu verbessern. Mit konstruktivem Feedback werden Beobachtungen über (empfundene) angemessene und unangemessene Verhaltensweisen einer Person konkret und persönlich zurückgemeldet und Vorschläge für Verbesserungen diskutiert.

Positives Feedback unterstützt und verstärkt sinnvolle Verhaltensweisen.
Positives Feedback hilft bewährtes Wissen explizit und bewusst zu machen.

Negatives Feedback kritisiert ohne jedoch konkrete Verbesserungsvorschläge zu machen.

Konstruktives Feedback beinhaltet positive und negative Faktoren und zeigt auf, wie sich eine Person in Zukunft konkret verbessern kann.

  • Beobachtbare Fakten und greift das Gegenüber nicht persönlich an
  • Aussagen in der «Ich-Form»
  • was Sie konkret beobachtet haben.

Der wichtigste Schritt: konkrete zukünftige Verbesserungen.

 

PEKOV-Kurzformel

P ositives vor Negativem erwähnen

E igene Interpretationen und Gefühle betonen

K onkrete Beispiele geben

O ptionen für die Zukunft entwickeln

V erbesserungschritte festhalten

 

Story Template

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Das Story Template ist eine Vorlage, die wesentliche Elemente einer guten Geschichte zusammenfasst. Diese sind: der Protagonist oder Held der Geschichte, seine Helfer und Gegner, die Aufgabe oder Mission des Protagonisten, die Hindernisse, die es zu bewältigen gilt, sowie die erfolglosen und erfolgreichen Versuche, ein meist hehres Ziel zu erreichen.

Zudem beinhaltet die Vorlage eine Moral im Sinne einer generalisierbaren Erkenntnis.

Wird ein Problem im Detail beschrieben und mit realen Personen verknüpft, möchten wir wissen, wie die Sache ausgeht und was man daraus lernen kann.

Zwei Formen dynamischer Verknüpfungen

  • Plot, also eine kausale Verknüpfung in Form eines Grundkonflikts
  • Dramaturgie, also eine zeitliche Verknüpfung

 

Concept Mapping

Wird verwendet um komplexe Themen besser zu verstehen und neue Konzepte in eigenes Wissen zu transformieren.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Die Concept Mapping-Methode ist ein schrittweises Vorgehen zur hierarchischen Darstellung von Konzepten und komplexen Sachverhalten mit dem Ziel, diese besser zu verstehen. Die Methode besteht aus einer Schrittabfolge, einfachen Notationsregeln und Gütekriterien.

 

Explizierung und Kodifizierung von Expertenwissen

  • erstens selbst aktiv etwas tut
  • zweitens neues Wissen mit bereits bekanntem verknüpfen.

Viele Studien belegen, dass Concept Mapping vor allem für das Lernen förderlich ist.

3.2 Akutes Problemlösen, Methoden mit operativer Zielsetzung: Kategorisierung und Klassifikation, Konzeptkarte, Mikroartikel

Kategorisierung und Klassifikation

  • Wenn eine Vielzahl von Informationen verdichtet,
  • organisiert oder analysiert werden muss.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Klassifikation bezeichnet die Unterteilung eines Bereichs oder eines Themas in Unterbereiche (Kategorien), basierend auf Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Klassifikation ist also eine hierarchische Strukturierung.

Dabei sollten die gebildeten Gruppen trennscharf sein und gemeinsam das Gebiet möglichst gut abdecken.

Klassifizierungen lassen sich erstellen, indem man Elemente nach deren Gemeinsamkeiten gruppiert (bottom-up) oder ein Klasssifikationsprinzip vorgibt (top-down).

⇒ resultierende Struktur logisch (schlüssig), nützlich (dem Verständnis dienend) und auch benutzbar (bewältigbar).

Klassifikationsprinzip

Welches ist das ergiebigste, informativste Unterscheidungsmerkmal, um Gruppen zu bilden (geographisch, chronologisch, thematisch, nach Wichtigkeit)?

ogik: Sind die Gruppen überlappungsfrei und vollständig?

A nwendung: Dient die Klassifikation ihrem Zweck? Hilft sie bei der Anwendung?

S ystematik: Ist die Struktur der Klassifikation deutlich? Sind die verschiedenen Ebenen klar?

S parsamkeit: Hilft die Struktur kognitive Ressourcen zu schonen, indem sie nicht mehr als sieben Elemente pro Ebene umfasst?

E inprägsam: Sind die Gruppennamen einfach und aussagekräftig?

Unterscheidungen, die nicht für alle Situationen nützlich oder sinnvoll sind.
Daher sollen wir unsere Lieblingskategorisierungen immer wieder einmal über den Haufen werfen und (mittels eines alternativen Attributs) neu gruppieren.

 

Konzeptkarte

Einfache Vorlage, mittels derer ein neues Konzept in eigenen Worten strukturiert werden kann.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Eine Konzeptkarte ist ein Diagramm, bestehend aus vier Ebenen, das ein komplexes Konzept in seine Komponenten gliedert und somit besser verständlich macht. Die Ebenen einer Konzeptkarte beziehen sich

  • auf den Kontext eines Konzepts,
  • auf seine Definition,
  • seine Elemente,
  • Beispiele des Konzepts
  • sowie Umsetzungsmöglichkeiten bzw. Handlungsimplikationen

des Konzepts.

Da die Konzeptkarte primär eine überblicksorientierte Methode ist, kann man mit ihr kein vertieftes Verständnis eines Konzeptes erreichen.

 

Mikroartikel

Eigene Erlebnisse und damit aufgebautes Wissen kann auch anderen zugänglich gemacht und erneut genutzt werden.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Der Mikroartikel – auch abgekürzt mit MikroArt – ist ein Hybrid aus einer Karteikarte und einem wissenschaftlichen oder journalistischen Artikel (Willke, 2001). Ziel ist es, nach einer persönlichen Lernerfahrung den Kern des neu erworbenen Wissens auf einer Seite oder wenigen Seiten schriftlich festzuhalten und zwar so, dass der Inhalt sowohl zu einem späteren Zeitpunkt für einen selbst als auch für Dritte gut verständlich ist und neu genutzt werden kann. Zugrunde liegt die Analogie des Artikel-Schreibens, für das es bestimmte Standards gibt. Entsprechend wird für die Erstellung wie auch für die Struktur von Mikroartikeln ein Leitfaden zur Verfügung gestellt.

In einem ersten Schritt aber handelt es sich um eine individuelle Leistung und deren Besonderheit liegt darin, eine Erfahrung narrativ – also samt der dazugehörigen Geschichte – in aller Kürze zu dokumentieren.

Leitfaden für die Erstellung eines Mikroartikels vorgeschlagen:

  1. Das Thema und einige Stichworte (zur leichteren Einordnung) nennen.
  2. Das Problem oder den Lernanlass bezeichnen und die dazugehörige Geschichte mit Angaben, wann sich was wo und warum ereignet hat, aufschreiben.
  3. Einsichten, Folgerungen, Erkenntnisse oder ähnliches stichpunktartig aus der Geschichte ableiten.

Anschlussfragen formulieren oder anderweitig das Künftige reflektieren.

3.2 Akutes Problemlösen, Methoden mit operativer Zielsetzung: Eisenhower-Matrix und TRAFing, Mind Mapping, Information Mapping

Eisenhower-Matrix und TRAFing

Zeitmanagement: unter Zeitdruck eine große Anzahl von eingehenden Informationen sichten

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Die Eisenhower-Matrix strukturiert Aufgaben oder eingehende Informationen nach deren Dringlichkeit und Wichtigkeit. Die vier Felder der Matrix können mit der TRAF-Methode (bzw. TRAFing) kombiniert werden, die besagt, dass eintreffende Informationen entweder sofort gelöscht (trash), weitergeleitet (refer), behandelt (act) oder abgelegt (file) werden sollten.

Fragen: was sind die eigenen Ziele sind und ob man seine Zeit wirklich für die richtigen Dinge (und nicht nur für die dringenden) einsetzt.

Quelle: Wissenwege, S.79

Mind Mapping

Ideen rasch zu generieren und zu strukturieren,

Eigene Gedanken zu organisieren.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Eine Mind Map ist eine vom Zentrum ausgehende Visualisierungsmethode, bei der Informationen hierarchisch mittels Stichworten auf Ästen strukturiert werden. Durch die Verwendung von Farben, Symbolen und Verbindungspfeilen soll sowohl konvergentes analytisches wie auch divergentes kreatives Denken gefördert werden.

Die Annahme, dass das menschliche Gedächtnis assoziative Strukturen bildet, um Informationen zu verarbeiten und zu speichern

In kontrollierten Studien kaum empirische Belege für die Effektivität dieser Form der Visualisierung.

  • Thema der Mind Map in der Mitte eines Blatt Papiers festlegen
  • beliebig viele Äste nach außen, die wichtige Unterthemen zum Hauptthema enthalten.
  • Weitere Unterpunkte als dünnere Äste
  • zur deutlicheren Kennzeichnung zusätzlich Symbole oder Piktogramme
  • Verbinden Einträge auf verschiedenen Ästen, die in einer wichtigen Beziehung zu einander stehen.

Eine Mind Map, die durch eine Gruppe oder Einzelperson erstellt wurde, ist von anderen oft nur schwer nachvollziehbar.

Eine eigene Mind Map sollte anderen deshalb mündlich präsentiert und erklärt werden.

 

Information Mapping

  • Verfassen von systematisch strukturierten Texten
  • wissensintensive Anweisungen
  • verständlich und nachvollziehbar aufzubereiten.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Information Mapping ist ein systematischer Ansatz der Textverfassung und -strukturierung. Die Methode basiert auf einem fünfstufigen Vorgehen, auf zwei neuen Informationseinheiten (Blöcken und Maps), auf sieben Informationstypen und vier Gestaltungsprinzipien.

Es gibt vereinzelte wissenschaftliche Studien, die belegen, dass durch die Information Mapping-Methode Inhalte schneller erfasst sowie besser genutzt und behalten werden.

Informationseinheiten

Block (ein Abschnitt mit Seitentitel) und Map, bestehend aus maximal sieben Blöcken.

Block befasst sich mit einem abgegrenzten Thema, nur einen Grundgedanken und ist stets betitelt (meistvauf einer Seite).

Eine Map besteht aus mehreren zusammenhängenden Blöcken zu einer Thematik; Titel, gemeinsamen Inhalt und den Zweck der Map

Vorab-Analyse: Bestimmung der Zielgruppen

Informationssammlung: nach Block- und Informationstypen kategorisiert

Organisationsanalyse: Zuordnung der Informationen zu den Tätigkeiten

Sequenzanalyse: Die Abfolge der verschiedenen Informationen wird geplant

Präsentationsformat: Darstellungsmethoden ausgewählt.

vier Gestaltungsprinzipien

Chunkingprinzip: Informationen zu kompakten, homogenen Einheiten zusammenzufassen

Relevanzprinzip: in derartigen Einheiten immer nur ein Thema behandelt

Beschriftungsprinzip: jeden Block und jede Map mit einem Titel zu versehen

Konsistenzprinzip: ähnliche Inhalte mit ähnlichen Worten und Darstellungsformaten beschrieben

 

Informationstypen

Definitionen, Beispiele, Prozeduren, Aufzählungen, Vor-/Nachteile, Argumente und Unterscheidungen

Information Mapping ist mehr als nur eine Darstellungsform.

Die Methode sollte jedoch nicht für Textsorten eingesetzt werden, für die sie nicht vorgesehen wurde. z. B. nicht für die Strukturierung einer spannenden Erfahrungsgeschichte

3.2 Akutes Problemlösen, Methoden mit operativer Zielsetzung: SQ3R, Ethnographisches Interview und Fragebaum, Perspektivendiagramm

SQ3R

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Die SQ3R-Methode beschreibt eine einfache Schrittfolge, um Texte effektiv bearbeiten und verstehen zu können. Sie besteht aus den fünf Schritten Survey (Überblick), Question (Fragestellung), Read (Lesen), Recite (Rekapitulieren) und Review (Rückblick).

Survey (Überblick): logischen Aufbau eines Textes verstehen (d. h. was steht wo und warum)

Question (Fragen): Sie überlegen sich dazu, was Sie bereits zum Thema wissen und was Sie noch gerne dazulernen möchten.

Read (Lesen): lesen Sie den Text auf die eigenen Fragen hin .

Recite (Rekapitulieren): das Gelesene möglichst in eigenen Worten noch einmal ins Gedächtnis rufen und notieren .

Review (Rückblick): den Text knapp mit eigenen Formulierungen zusammenfassen.

Kontrollieren Sie, ob die eigenen, zu Beginn formulierten Fragen beantwortet wurden oder nicht.

Neben Farben zur Kennzeichnung wichtiger Textstellen können Sie auch einfache Zeichen verwenden, die rasch an der Seite eines Absatzes gezeichnet werden können.

Ethnographisches Interview und Fragebaum

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Das ethnographische Interview beruht auf einer Reihe von offenen, auf den Kontext abzielenden Fragen. Mit der Methode wird versucht, den Befragten möglichst wenig zu beeinflussen und ohne Vorurteile sein Wissen zu erkunden.
Das bedeutet, dass man versucht, möglichst vorurteilsfrei und ohne zu starke Vorannahmen in das Gespräch zu gehen, um viel dabei zu lernen und in Erfahrung zu bringen.

Wissen ist immer vom Anwendungskontext und der Perspektive einer Person abhängig.

Rundumfrage: komplexe Tätigkeit, spontan und detailreich zu beschreiben.

Wortverwendungsfrage: konkrete Situation in der ein wichtiger Begriff verwendet wird.

Kontrastfrage: nach einer wichtigen Unterscheidung, die der Befragte im Gespräch mehrmals verwendet

Tagesfrage: wie ihr heutiger Tag bisher abgelaufen? Über konkrete Tätigkeiten und Kontextfaktoren zu sprechen, anstatt zu generalisieren.

Fragebaum

Durch das Abhaken der Fragen in einem Fragebaum kann sichergestellt werden, dass man alle wesentlichen Themen in einem Gespräch diskutiert hat.

Denken Sie daran, ein Gespräch nicht mit den schwierigsten Fragen zu beginnen. Geben Sie dem Befragten Zeit, sich aufzuwärmen.

Perspektivendiagramm

Mit der Perspektiven-Vorlage kann das Vorwissen zu einem neuen Thema rasch und klar strukturiert werden. So kann eine klare Ausgangslage für die Vertiefung in ein Thema geschaffen werden.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Das Perspektivendiagramm ist eine einfache Methode zur Wissensexplizierung, welche vier Perspektiven auf ein Thema wirft, nämlich:

  • Vorkenntnisse,
  • offene Fragen,
  • negative Erwartungen und
  • positive Erwartungen.

Durch eine bewusste Aktivierung von Vorwissen aber können vor allem Lernprozesse gezielt verstärkt werden.

Setzt immer an den schon bestehenden Erkenntnisstrukturen an.

  1. Namen eines neuen Wissensgebietes in das Zentrum des Diagramms
  2. In den oberen Bereich eigene Fragen zum Thema
  3. Auf dem unteren Teil des Diagramms wird Vorwissen zum Thema notiert
  4. linken und rechten Bereichen des Diagramms werden positive bzw. negative Aspekte des Themas notiert

Oft weiß man gar nicht, was einen an einem Thema interessiert, bevor man sich nicht näher damit befasst hat. Hier sollte das Diagramm nach einem ersten Eintauchen in das Thema mit weiteren Fragen ergänzt werden.

Masterstudiengang Angewandtes Wissensmanagement

Wie die reichste Bibliothek, wenn ungeordnet, nicht soviel Nutzen schafft, wie eine kleine, aber wohlgeordnete, ebenso ist die größte Menge von Kenntnissen, wenn nicht eigenes Denken sie verarbeitet hat, weniger wert als eine geringere, die vielfältig durchdacht wurde.

(Arthur Schopenhauer)

Deutscher Philosoph, * 22.02.1788, † 21.09.1860

 

Das Masterstudium Angewandtes Wissensmanagement verfolgt das Ziel, ExpertInnen für Wissensmanagement, Online-Kommunikation und eLearning aus- und weiterzubilden.

Die systematische Weitergabe von Wissen. Online und offline. Mit und ohne webbasierte Tools. In Form von Wissenstransfer, Online-Kommunikation und E-Learning. Das steht im Mittelpunkt des Studiums.

(Barbara Geyer-Hayden ,Studiengangsleiterin)

 

Damit verfolgt der Studiengang das Ziel, die Menge an Kenntnissen der Absolventen zu strukturieren, zu ordnen.

Ich werde in meinem Blog auf die Inhalte und Lehrveranstaltungen reflektieren und auch meine Fragen und offene Todo´s zu den Themen des Studiengangs thematisieren.

Ich lade alle Besucher meines Blogs ein, zu den Kapitel herzhaft – aber mit Respekt und in einer entsprechenden Form – zu diskutieren.

MCh