3.2 Akutes Problemlösen, Methoden mit operativer Zielsetzung: Kategorisierung und Klassifikation, Konzeptkarte, Mikroartikel

Kategorisierung und Klassifikation

  • Wenn eine Vielzahl von Informationen verdichtet,
  • organisiert oder analysiert werden muss.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Klassifikation bezeichnet die Unterteilung eines Bereichs oder eines Themas in Unterbereiche (Kategorien), basierend auf Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Klassifikation ist also eine hierarchische Strukturierung.

Dabei sollten die gebildeten Gruppen trennscharf sein und gemeinsam das Gebiet möglichst gut abdecken.

Klassifizierungen lassen sich erstellen, indem man Elemente nach deren Gemeinsamkeiten gruppiert (bottom-up) oder ein Klasssifikationsprinzip vorgibt (top-down).

⇒ resultierende Struktur logisch (schlüssig), nützlich (dem Verständnis dienend) und auch benutzbar (bewältigbar).

Klassifikationsprinzip

Welches ist das ergiebigste, informativste Unterscheidungsmerkmal, um Gruppen zu bilden (geographisch, chronologisch, thematisch, nach Wichtigkeit)?

ogik: Sind die Gruppen überlappungsfrei und vollständig?

A nwendung: Dient die Klassifikation ihrem Zweck? Hilft sie bei der Anwendung?

S ystematik: Ist die Struktur der Klassifikation deutlich? Sind die verschiedenen Ebenen klar?

S parsamkeit: Hilft die Struktur kognitive Ressourcen zu schonen, indem sie nicht mehr als sieben Elemente pro Ebene umfasst?

E inprägsam: Sind die Gruppennamen einfach und aussagekräftig?

Unterscheidungen, die nicht für alle Situationen nützlich oder sinnvoll sind.
Daher sollen wir unsere Lieblingskategorisierungen immer wieder einmal über den Haufen werfen und (mittels eines alternativen Attributs) neu gruppieren.

 

Konzeptkarte

Einfache Vorlage, mittels derer ein neues Konzept in eigenen Worten strukturiert werden kann.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Eine Konzeptkarte ist ein Diagramm, bestehend aus vier Ebenen, das ein komplexes Konzept in seine Komponenten gliedert und somit besser verständlich macht. Die Ebenen einer Konzeptkarte beziehen sich

  • auf den Kontext eines Konzepts,
  • auf seine Definition,
  • seine Elemente,
  • Beispiele des Konzepts
  • sowie Umsetzungsmöglichkeiten bzw. Handlungsimplikationen

des Konzepts.

Da die Konzeptkarte primär eine überblicksorientierte Methode ist, kann man mit ihr kein vertieftes Verständnis eines Konzeptes erreichen.

 

Mikroartikel

Eigene Erlebnisse und damit aufgebautes Wissen kann auch anderen zugänglich gemacht und erneut genutzt werden.

Allgemeine Beschreibung

Definition der Methode. Der Mikroartikel – auch abgekürzt mit MikroArt – ist ein Hybrid aus einer Karteikarte und einem wissenschaftlichen oder journalistischen Artikel (Willke, 2001). Ziel ist es, nach einer persönlichen Lernerfahrung den Kern des neu erworbenen Wissens auf einer Seite oder wenigen Seiten schriftlich festzuhalten und zwar so, dass der Inhalt sowohl zu einem späteren Zeitpunkt für einen selbst als auch für Dritte gut verständlich ist und neu genutzt werden kann. Zugrunde liegt die Analogie des Artikel-Schreibens, für das es bestimmte Standards gibt. Entsprechend wird für die Erstellung wie auch für die Struktur von Mikroartikeln ein Leitfaden zur Verfügung gestellt.

In einem ersten Schritt aber handelt es sich um eine individuelle Leistung und deren Besonderheit liegt darin, eine Erfahrung narrativ – also samt der dazugehörigen Geschichte – in aller Kürze zu dokumentieren.

Leitfaden für die Erstellung eines Mikroartikels vorgeschlagen:

  1. Das Thema und einige Stichworte (zur leichteren Einordnung) nennen.
  2. Das Problem oder den Lernanlass bezeichnen und die dazugehörige Geschichte mit Angaben, wann sich was wo und warum ereignet hat, aufschreiben.
  3. Einsichten, Folgerungen, Erkenntnisse oder ähnliches stichpunktartig aus der Geschichte ableiten.

Anschlussfragen formulieren oder anderweitig das Künftige reflektieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.