Analyse zu E-Portfolios

Ein E-Portfolio (Elektronisches Portfolio) ist die digitale Form eines Portfolios, das die neuen Medien zur Umsetzung dieses alten Konzeptes nutzt. Das E-Portfolio besteht aus „digitalen Sammelmappen“, mit denen Menschen (z.B. Studierende) ihren Lernprozess dokumentieren, reflektieren und/oder präsentieren können. Ein E-Portfolio impliziert damit ein Lerntagebuch.[1] Dazu können unter anderem Medienformen wie das Blog und die Profilseite verwendet werden. Damit unterscheiden sich die E-Portfolios mehr durch ihre Form von „realen“ Portfolios als durch die Inhalte.

Definition

Für den Begriff E-Portfolio gibt es eine Reihe von Definitionen. So sind nach Stefanie Bergel E-Portfolios „mehr als digitale Bewerbungsmappen: Mit ihrer Hilfe können Lernende ihre persönlichen Lern- und Entwicklungsprozesse steuern und gestalten. […] [S]ie sind eine Lernmethode, die auf mehrere Prozesse heruntergebrochen werden kann. Neben der Analyse und Planung des Kontextes, in dem das E-Portfolio erstellt werden soll, sind dies: die Sammlung, die Auswahl und Verbindung von Artefakten, die Reflexion und Kommunikation, die Präsentation sowie die Bewertung und Beurteilung der Artefakte oder Reflexionen.“[2]

Auch kann man das E-Portfolio als eine „digitale Sammlung von Informationen“ beschreiben. Diese Sammlung kann „das Lernen, die Karriere, die Erfahrungen und die Leistungen“ des Nutzers beschreiben und darstellen. E-Portfolios sind privat und nur der Ersteller hat die Kontrolle.[3]

Einsatz

Einsatz findet das E-Portfolio an Schulen und an Hochschulen. Unter anderem werden sie als Lern- und Bewertungsmethoden genutzt. Weiterhin dienen sie als Dokumentation für das lebenslange Lernen und als Möglichkeit, sich und seine Leistungen zu präsentieren.

Ein weiteres Einsatzgebiet des E-Portfolios ergibt sich an der Schnittstelle von Studium und Beruf. Das E-Portfolio wird in diesem Zusammenhang nicht allein als didaktisches Arrangement oder elektronisches Tool innerhalb der Hochschullehre verstanden, sondern als inhaltliches Bindeglied zwischen Studium und den anschließenden Berufsfeldern. Das E-Portfolio kann unter einer solchen Perspektive als Instrument zur Begleitung des lebenslangen Lernens gezielt genutzt werden. E-Portfolios leisten mehr als bisherige Vernetzungsplattformen, weil sie einen tieferen und breiteren Einblick in die Leistungen und Kompetenzen der Verfasserinnen und Verfasser erlauben. Die Fokussierung des Einsatzes von E-Portfolios allein auf das Studium rechtfertigt sich angesichts des Aufwandes in seltenen Fällen – außer beispielsweise in der Form eines Reflexionsportfolios. In der Funktion des Schnittstellenmanagements kann das E-Portfolio weitreichende Dienste über den Studienabschluss hinaus leisten. Verschiedene Perspektiven – Hochschullehre, Studierende, Personalvermittlung usw. helfen, das Potential von E-Portfolios einzuschätzen und auszuschöpfen.[5]

Mehrwert

Zum einen besteht der Mehrwert darin, dass auch andere Kompetenzen gefördert werden. Das Verwenden von Tools kann die Motivation heben und/oder die Medien- und/oder IT-Kompetenz fördern. Der Lernprozess kann mit Hilfe von IT und Querverbindungen ausgebreitet werden. Man kann Kontakt mit dem Tutor, Schulkollegen oder Kommilitonen herstellen. Ein weiterer Mehrwert besteht in der Speicherung und Verwaltung der Artefakte. Eine automatische Dokumentation ist möglich. Auch andere Funktionen wie Tagging oder Suchfunktionen erscheinen in diesem Zusammenhang interessant. Man kann Hyperlinks verwenden, die auf Referenzmaterial hinweisen können. Die Möglichkeit Feedback von außerhalb und zu jeder Zeit geben zu können, erscheint als ein weiterer positiver Aspekt. Auch die Verteilung der Dokumente ist einfacher, da diese allen Leseberechtigten zugänglich sind und so nicht mehr vervielfältigt und verteilt werden müssen.[6]

Grundtypen von E-Portfolio

Reflexionsportfolio

Zu den Reflexionsportfolios zählen zwei weitere Typen: das Lernportfolio und das Beurteilungsportfolio.

Beim Lernportfolio wird die Entwicklung des Portfolioherstellers betrachtet. Hierfür sind zwei wesentliche Eigenschaften ausschlaggebend: Der Eigentümer und Ersteller des Portfolios ist ein und dieselbe Person, außerdem führt er das E-Portfolio aus der eigenen Motivation heraus. Kennzeichnend für Lernportfolios sind Aufgabenstellungen und Übungen, die selbst generiert werden. Der Ersteller reflektiert über seine selbst erstellten Aufgaben.

Den zweiten Typ des Reflexionsportfolios stellt das Beurteilungsportfolio dar. Es unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten vom Lernportfolio: Zum einen wird es zur Beurteilung genutzt, zum anderen sind die Lernaufgaben sowie die Bewertungskriterien von außen vorgegeben.[10]

Entwicklungsportfolio

Bei diesem E-Portfolio-Typ wird die eigene Entwicklung Mittelpunkt der Reflexion. Hierbei bezieht sich die Entwicklung allerdings auf die berufliche Laufbahn, also auf die Karriere. Diese Darstellung ist vor allem nach außen gerichtet.[11]

Präsentationsportfolio

Dieser Typ dient, wie der Name schon sagt, der Präsentation. Dabei geht es um die Darstellung nach außen und kann mit der Orientierung auf ein Produkt verbunden sein.[11]

Wie soll ein E-Portfolio aussehen?

Challis (2005) hat einen Vorschlag entworfen, wie ein „reifes“ E-Portfolio gestaltet sein sollte. Dazu hat er sechs Kategorien entwickelt.

Das Material sollte mit Blick auf das Publikum und das Thema sorgsam gewählt werden. Beispiele und Illustrationen sind dabei eine nützliche Hilfe. Weiterhin gibt es „keine unpassenden oder trivialen Materialien“.

Des Weiteren gibt es ein „Level der Reflexion“, das sich durch ein tiefes Verständnis auszeichnet sowie die Illustration der Entwicklung und des Selbstbewusstseins des Erstellers. Auch werden hier Reaktionen von anderen einbezogen und darauf reagiert.

„Der Inhalt beinhaltet ansehnliche Überlegungen über einen bestimmte[n] Zeitraum hinweg, die Materialien zeigen Tiefe und Breite.“ Weiterhin beziehen sich die Materialien auf den Kontext. Die Texte an sich sind kurz, bündig in Prosa und akkurat geschrieben.

Der Inhalt kann durch die Verwendung von Multimedia verbessert werden, wenn deren Verwendung angemessen und dem Zweck entsprechend ist. Sie dürfen also nicht ablenken. Audio- und Videodateien sollten nur in einer hohen Qualität verwendet werden.

Das äußere Erscheinungsbild ist ordentlich. „Abbildungen passen zum Zweck des Portfolios und zu seinem Ersteller“ und es wurden keine ablenkenden Elemente verwendet. „Verbindungen sind fertiggestellt“.

Die Navigation sollte es dem Nutzer leicht machen, eigene Wege zu gehen und sich zurechtzufinden. Dementsprechend sollte die Navigation leicht und intuitiv zu handhaben sein. Außerdem sollte alles verlinkt sein.[12]

Aufgabenstellung

Bitte wählen Sie eine für Sie passende Darstellungsform (Mix an Text / Bild / Grafik / Audio / Video ) und stellen anhand der zwei gefundenen Portfolios dar:

  • Ausgehend von der Literatur: Warum sind gerade diese beiden E-Portfolios gelungen?
  • Welche zumindest fünf Konsequenzen leiten Sie daher für die Gestaltung Ihres eigenen E-Portfolios ab und wie begründen Sie diese?

Analyse E-Portfolio

(Die ausgearbeitete Präsentation übersteigt die erlaubte Größe von uploadbaren Dateien und kann daher nur als PDF verlinkt werden.)

Lessons Learned

  • Es ist unablässig sich schon vor der Erstellung eines E-Portfolios klar zu werden, ob dieses Format der „Distribution der eigenen Person“ zielführend ist.
  • Die Ausgestaltung ist in großem Maße abhängig von der gewählten Form des E-Portfolios:
    • Reflexionsportfolio
    • Entwicklungsportfolio
    • Präsentationsportfolio
  • Das gewünschte Level der Reflexion ist schon bei der Konzeption zu planen.
    • Wie weit bin ich bereit, die Reaktion von anderen einzubeziehen und darauf
      zu reagieren?
  • „Bewegte Bilder“ sind ein Blickfang, aber nur mit Bedacht einzusetzen.
  • Eine intuitive Navigation ist unerlässlich, um die Besucher auf der Seite zu halten.

Forschungs- und Entwicklungsmethodik: Quantitatives Erhebungsdesign

Die quantifizierende empirische Sozialforschung will Zusammenhänge in der sozialen Welt aufdecken (vgl. Häder, 2015, S. 82). Hierfür bedarf es eines systematischen Verfahrens, das auf die zielorientierte Erfassung sinnlich wahrnehmbarer Tatbestände gerichtet ist. Die quantitative Methode ist eine sehr vielschichtige Forschungsmethode, die zielgerichtet und hochgradig strukturiert ablaufen soll (vgl. Häder, 2015, S. 82).

Im Modul „Forschungs-und Entwicklungsmethodik“ bekommen wir die Aufgabe gestellt, in Kleingruppen ein quantitatives Erhebungsdesign, einen Fragebogen
und Auswertungs- (und/oder Präsentations-)Planung für ein beliebiges Thema unserer Wahl zu erstellen.

Das Thema „Das Digitale Konferenzzimmer als Drehscheibe der Schulentwicklung“ wird von Karina Werber, Petra Leitgeb, Thomas Leitgeb und mir diskutiert und die Ergebnisse der Auswertung eines quantitativen Fragebogens sollen nach der Präsentation im Modul auch in diesem Blog zur Verfügung gestellt werden.

Die Forschungsfragen

  • Wie kann der Einsatz einer Online-Plattform Lehrpersonen bei der täglichen Praxis unterstützen?
  • Wie erleichtert eine Online-Plattform an einer Schule die Informationsbeschaffung?
  • Wie können die Schulleitung und die Lehrer/innen eines Standortes und/oder Clusters gleichberechtigt für die Informationsverbreitung über eine Online-Plattform Verantwortlichkeit tragen?
  • Inwiefern kann eine Online-Plattform die persönliche Reflexion der eigenen Lehrerprofessionalität und die Planung des eigenen professionellen Tuns unterstützen?
  • Welche Funktionen einer Online-Plattform sind für Lehrpersonen hinsichtlich der Qualitätsentwicklung relevant?

werden mit Hilfe eines Fragebogens beantwortet.

Die „technischen“ Spezifikationen werden vorab definiert:

  • Grundgesamtheit:
    Alle Lehrer/innen voll- und teilbeschäftigt an burgenländischen Pflichtschulen.
  • Stichprobe:
    Lehrerkollegium an NMS Kobersdorf, NMS Mattersburg, VS Marz, Polytechnische Schule Mattersburg

⇒ repräsentative Stichprobe weil verschiedene Schultypen, Schulgrößen, Teil- und Vollzeitbeschäftigte Lehrer/innen.

  • Erhebungsdesign:
    Die Zielpersonen erhalten die Möglichkeit, den Online-Fragebogen via Tevalo  ort- und zeitunabhängig zu beantworten.

 

Die wichtigsten Aussagen sind hier kurz angeführt:

"Nach jeder SCHILF-Veranstaltung wird mir bewusst, wie viele weitere- von mir bisher ungenutzte- Funktionen zur Verfügung stehen, die mir eine Arbeit deutlich erleichtern könnten.“
„Ermöglicht zeitnahe Information aller Kollegen/innen am Standort.“
„Habe mich daran gewöhnt und finde es jetzt sehr praktisch.“
„Wichtiges wird schnell und unkompliziert weitergegeben – Zeitersparnis.“
„Es ist eine wunderbare Möglichkeit Informationen der Schule zu erhalten!“
„Durch das Dienstbuch bin ich immer informiert, auch an den Tagen, an denen ich an anderen Schulen bin.“

 

Wir haben immer versucht, die Vorgaben aus dem Modul „Forschungs-und Entwicklungsmethodik“

  1. „Der rote Faden“
  2.  Qualitatives und quantitatives Forschen
  3. Grundgesamtheit und Repräsentativität
  4. Arten von Stichproben
  5. Schwankungsbreiten ‒ Normalverteilung ‒ Stichprobengröße
  6. Messniveaus (Skalenniveaus) und Fragebogen
  7. Grundlagen der Datenanalyse
  8. Planung für die Praxis
  9. Ergebnisinterpretation und Evaluierung

in dieser Gruppenarbeit stringent umzusetzen und freuen uns schon jetzt, die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen auch in weiteren Aufgabenstellungen anzuwenden.