Die Feuerwehr hilft. Immer!

Hilfelöschfahrzeug der Klasse 3 der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzau am Steinfeld

„Wenn notwendig, mein Leben einzusetzen, um meinen Mitmenschen zu helfen.“ 365 Tage und Nächte im Jahr sind Frauen und Männer wie Christian M. bereit, Mitmenschen in Notlagen zu helfen. Und das unentgeltlich. In der Freiwilligen Feuerwehr.

Was treibt ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr an? Und hat das Engagement von Christian M. auch damit zu tun, dass die Feuerwehr jedes Jahr wieder ganz oben im Ranking der vertrauenswürdigsten Organisationen steht?

Christian M. tritt in der Mitte der 80er Jahre im vorigen Jahrhundert mit 16 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr in seinem Heimatort im südlichen Niederösterreich ein. Filme wie „Backdraft – Männer die durchs Feuer gehen“ oder „Grisu- der kleine Drache“ sind nicht seine Motivation. Der Ausblick darauf, Heldentaten zu erbringen nur ein unterschwelliger Gedanke. Auch die Fortführung einer Familientradition und damit gleichsam die Pflichtmitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr ist in diesem Fall nicht zutreffend. „Ich bin zur Feuerwehr gekommen, weil auch meine Freunde dabei sind.“

Die Bedeutung der Gelöbnisformel und da vor allem der Absatz ‘[…] und wenn notwendig, mein Leben einzusetzen, um meinen Mitmenschen zu helfen.’ hört sich für Christian M. bei der Angelobung irgendwie wichtig an. Aber auch surreal. „Ich war 16 damals. Das war schon weit weg meiner gelebten Wirklichkeit.“

Die tatsächliche Bedeutung hinter der Gelöbnisformel erlebt Christian M. über die Jahre in verschiedenen Einsätzen. Und er macht auch die Erfahrung, dass der Einsatz in der Freiwilligen Feuerwehr mehr als eine Dimension hat. Auf der einen Seite das Vertrauen in die Kommandanten. „Du musst dem Kommandanten zutrauen, dass er weiß was er anschafft. Dass das Vordringen in brennende Gebäude oder das Vorgehen gegen ausgetretene gefährliche Flüssigkeiten notwendig und auch sinnvoll ist.“ Auf der anderen Seite das Gefühl der Verantwortung, wenn Christian M. als erst Achtzehnjähriger der Atemschutz-Truppführer ist und daher das taktisch richtige Vorgehen in verrauchten, brennenden Gebäuden verantwortet. Aber vor allem auch für die Gesundheit „seines“ Atemschutztrupps Sorge trägt.

Mit einer sehr guten Ausbildung, einer über die Jahre allmählich auch den tatsächlichen Erfordernissen angepassten Schutzbekleidung und der Erfahrung aus einer Vielzahl von Übungen und Einsätzen, wächst das Vertrauen in sich und die Kameraden. „Einsätze werden zielführend absolviert. Und gleichzeitig sichergestellt, dass alle Kameraden gesund wieder in das Gerätehaus einrücken. Auch der Großteil des eingesetzten Materials übersteht jetzt schon die Einsätze unbeschadet.“

Das Vertrauen in sich als Feuerwehr-Offizier und Einsatzleiter wird aber auch immer wieder auf harte Proben gestellt. Ein Einsatz im Sommer erreicht eine ungeahnte Dimension. „Der Einsatzbefehl lautet, einen Brand am Schneeberg zu bekämpfen. Meine Männer und ich, wir werden mit dem Hubschrauber zum Einsatzort auf beinahe 2000 Meter Seehöhe geflogen und bekämpfen Brände und Glutnester direkt am Berg. Den ganzen Nachmittag und auch die ganze Nacht hindurch. Als örtlicher Einsatzleiter trage ich die Verantwortung für die Gesundheit aller eingesetzten Feuerwehrmänner in meinem Brandabschnitt.“ Und da kann es schon passieren, dass einzelne Brandherde bewusst nicht sofort gelöscht werden, sondern als kontrollierte Wärmestellen für die frierenden Einsatzkräfte betrieben werden.

‘Freiwillig – Aber Professionell’ ist seit vielen Jahren das Motto des Niederösterreichischen Feuerwehrverbandes. Diese gelebte Professionalität ist ein Grund, warum die Freiwillige Feuerwehr über viele Jahre hinweg im Vertrauen der Bevölkerung an der Spitze der Berufsgruppen steht.

Grafische Darstellung Vertrauen in Beufsgruppen

Auch die ständige Verfügbarkeit von Einsatzkräften trägt das ihre dazu bei, dass die Bevölkerung großes Vertrauen in die Freiwilligen Feuerwehren hat. „Dass gerade diese erwartete Verfügbarkeit ein immer größeres Problem darstellt, ist bei den geleisteten rund 200.000 Einsatzausfahrten jedes Jahr in Österreich für die Bevölkerung nicht ersichtlich.“ Und daher zumeist auch kein Thema in der öffentlichen Wahrnehmung.

Was Christian M. in den letzten Jahren immer öfter beschäftigt, ist die Schaulust unbeteiligter Zivilisten und der Drang , Bilder und Videos an Einsatzorten zu machen und Online zu teilen.
„Ohne Rücksicht auf persönliche Schicksale oder die Würde der Opfer und Angehörigen. Dass es Feuerwehren gibt, die den Schutz der Persönlichkeitsrechte verunfallter Personen

Sichtschutz der Freiwilligen Feuerwehr Wr. Neustadt

jetzt schon mittels Sichtblenden wahren müssen, ist nur sehr schwer verständlich.“

Und auch was die Schaulustigen dazu treibt, durch Veröffentlichung der Bilder von verunfallten Personen zu glauben, sie sind ein Teil des Einsatzes kann Christian M. nicht nachvollziehen.

Lohnt es sich noch, in eine Freiwillige Feuerwehr einzutreten? Seine Freizeit zum großen Teil der Vorbereitung zu widmen, Mitmenschen in Notlagen zu helfen? Mitten in der Nacht aufzustehen, wenn eine Alarmierung erfolgt? Zu Einsätzen auszufahren, wo sehr oft die genaue Lage nicht bekannt ist? Und oft auch nicht bekannt ist wer der Betroffene ist? Wenn bei der Ausfahrt die Sorge mitschwingt, ein Familienmitglied oder ein guter Freund könnte verunglückt sein?

Christian M. beantwortet auch nach mehr als 30 Jahren aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr in seiner Heimatgemeinde diese Fragen mit einem klaren: „Ja!“.

„Es zählt nicht ob irgendjemand vielleicht glaubt, genau dieser eine Mensch hat meine Hilfe jetzt nicht verdient. Die Feuerwehr fragt nicht, ob jemand ein guter Mensch ist. Oder vielleicht selber schuld ist an seinem Unfall. Ich habe im Gelöbnis versprochen, meinen Dienst als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr stets gewissenhaft zu erfüllen. Wenn notwendig, mein Leben einzusetzen, um meinen Mitmenschen zu helfen Und jeder Mensch ist es wert, dass in seiner Not andere aufstehen und da unterstützen und helfen, wo der Einzelne in der Situation nicht mehr weiter kann.“

 

Abbildung 1: HLFA 3 FF Schwarzau

Abbildung 2: Vertrauen in Berufsgruppen

Abbildung 3: Sichtschutz am Einsatzort FF Wr. Neustadt

 

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Es zählt nicht ob irgendjemand vielleicht glaubt, genau dieser eine Mitmensch hat deine Hilfe jetzt nicht verdient. Die Feuerwehr fragt nicht, ob jemand ein guter Mensch ist oder vielleicht selber schuld ist an seinem Unfall. Wir haben im Gelöbnis versprochen, den Dienst als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr stets gewissenhaft zu erfüllen. Und jeder Mensch ist es wert, dass in seiner Not andere aufstehen und da unterstützen und helfen, wo der Einzelne in der Situation nicht mehr weiter kann.

 

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Wenn notwendig, mein Leben einzusetzen, um meinen Mitmenschen zu helfen Die Feuerwehr fragt nicht, ob jemand ein guter Mensch ist. Und meine Hilfe verdient. Retten-Bergen–Schützen-Löschen. @firenewsAT

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