Wird mit „Social Scoring“ die Privatsphäre abgeschafft ?

Als „Wissensarbeiter“ sind wir auch gefordert, mögliche Gefahren der Digitalisierung wahrzunehmen.
Und im Rahmen der Wissensvermittlung dafür zu sorgen, dass diese möglichen Gefahren und ein Missbrauch der Technik thematisiert und offen diskutiert werden.

Wer kennt nicht die Aussagen von [demokratisch] legitimierten Politikern in Europa:

„Man lebe schließlich nicht in einer Diktatur, müsse aber für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen.“

Wofür die Technik schon heute verwendet werden kann – und zumindest im indischen und asiatischen Raum auch schon wird – beleuchtet der Artikel

Missing Link: Nothing to Hide, oder: Wie mit "Social Scoring" die Privatsphäre abgeschafft wird

auf heise.de von Stefan Krempl .

Einige Aussagen aus dem Artikel möchte ich herausziehen und anregen, darüber nachzudenken.

Das menschliche Verhalten soll gesteuert, also sozial oder politisch erwünschtes Verhalten gefördert werden.

Es solle helfen, Korruption zu bekämpfen und Sozialrüpel zur Vernunft zu bringen. Eine von unzuverlässigen Elementen bedrohte Gesellschaft könne – so der offizielle Tenor – durch den Bürgerscore zum Besseren verändert werden.

Diese Kooperation hat schon geholfen, über 1,2 Millionen solcher „Sünder“ zu bestrafen.
Die Kommunistische Partei [Chinas] hatte gleich 2014 die Losung ausgegeben, dass das Social-Credit-System Diskreditierten keinen Platz mehr in der Gesellschaft lassen solle.

Die Städte in der Region [autonomes Gebiet Xinjiang] seien alle 100 bis 200 Meter mit Kameras gespickt, die türkischstämmige Bevölkerungsgruppe müsse staatliche „Spyware“ auf ihren Smartphones installieren, ihre Ausweise würden mit Zusatzangaben wie Fingerabdrücken, Blutgruppe, DNA-Informationen oder einem „Zuverlässigkeitsstatus“ verknüpft.

Es zeichne sich jedoch ab, dass eine Gruppe Bürger 2. Klasse entstehe, die „weniger Zugang zu Leistungen und mehr Verpflichtungen“ haben werde.

In Sekundenschnelle wird dann automatisiert mithilfe einer solchen Wahrscheinlichkeitsprognose online entschieden, ob jemand etwa per Vorkasse zahlen muss oder einen Handy-Vertrag zu welchen Bedingungen erhält.
Ganz ähnlich funktionieren die Empfehlungssysteme von Amazon, YouTube und Co.

Bestandteil der Tests sei schon jetzt eine „schwarze Liste“.

Wer sich darauf befinde, könne in ganz China keine Hochgeschwindigkeitszüge mehr nutzen, nicht mehr fliegen oder seine Kinder auf eine bessere Schule schicken.
Zudem laufe man bei „Missverhalten“ wie einer Straßenüberquerung bei roter Ampel Gefahr, sein Gesicht in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt zu sehen.

 

 

 

 

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